Unter Wind & Weibern in die Karibik

Mareike Guhr sucht Mitseglerinnen für die Atlantic Rally for Cruisers von Gran Canaria bis nach St. Lucia

„Irgendwann ist das Land so weit weg, dass man zu sich selber kommt!“ erzählt Hochseeseglerin Mareike Guhr über das Abenteuer der „Atlantik Rally for Cruisers“ (ARC) auf das sie sich mit einer reinen Frauencrew einlassen will. Über Frauen in der Hochseesegler-Szene und die Herausforderung der bis zu vier Wochen langen Atlantiküberquerung erzählt die 43-jährige Hamburgerin im aktuellen XsportSisters-Interview.

Was ist das Besondere an der Atlantic Rally for Cruisers?

Das Besondere ist vor allem dass Gemeinschaftsgefühl. Du hast eine riesige Gruppe an Seglern, die alle das gleiche Ziel haben und die gleiche Idee. Nämlich den großen Ozean zu überqueren, heil, sicher und gut vorbereitet. Und viel Spaß dabei zu haben und die Faszination genießen zu können. Für die Meisten ist es das erste Mal!

Was ist Deine Motivation mit einer reinen Frauencrew den Atlantik zu überqueren?

Ich will zeigen, dass es keine Geschlechterfrage ist, dass es egal ist, ob Mann oder Frau an Bord. Die Vorbereitung zählt. Ich möchte unbedingt mehr Frauen begeistern, dieses Abenteuer einzugehen, über einen langen Zeitraum und auf hoher See. Die meisten Frauen fahren mit, weil ihre Männer das so wollen.Sie sollen erfahren, dass es ein eigenständiges Seglerleben gibt! Und ich genieße die Solidarität, wenn nur Frauen an Bord sind. Dass ist dann ein anderer Job für mich. Frauen denken meiner Erfahrung nach mehr mit und sind sozialer. Sie sind einfacher in der Gruppe.

Wie ist der Stand von Frauen in der Seglerszene?

Da gibt es extrem unterschiedliche Bereich. Im olympischen Zirkus ist es gleichberechtigt, da ist es ausgewogen. In dem traditionsverhafteten Bereich, wie in der Seebärenszene oder in den Clubs und Vereinen da bin ich nach wie vor eine Exotin. Segeln ist ein Traditionssport, der immer noch extrem männerdominiert ist, mit extrem wenig Frauen, die Jachten führen. Da meint man, man müsste groß und stark dafür sein. Frauen scheuen leider die Verantwortung. Letztere ist auch für mich ein extrem komplexes Thema. Männern gibt es mehr Befriedigung Verantwortung zu übernehmen, weil solche Herausforderungen als männlich anerkannt sind.

Mareike Guhr in Aktion

Was erwartet die Frauen an Bord?

Der Weg über den Transatlantik ist ein große, besonders lange Reise, bei der man andere Erfahrungen macht, als an Land. Man beschäftigt sich mit anderen Fragestellung. Die Sicherheit spielt eine große Rolle. Das gewohnte Sicherheitsnetz fällt weg. Man entwickelt ein anderes Verhältnis zu Ressourcen und endlichen Verbrauchsmitteln. Irgendwann ist das Land so weit weg, dass man zu sich selber kommt! Und es ist ein sehr komfortables Schiff, um angenehm über den Atlantik zu segeln – auch für meine Verhältnisse!

Welche Fähigkeiten sollten sie mitbringen?

Sie sollten vor allen Dingen die Situation da draußen nicht unterschätzen. Man muss bereit sein, die Reise wirklich wollen. Es wird eine Mischung aus erfahrenen und weniger erfahrenen Leuten. Gefragt sind handwerkliche Fähigkeiten, medizinische Kenntnissen oder und teilweise auch physische Kraft. Ich möchte eine gute Mischung an Frauen zusammenstellen. Was werden die größten Herausforderungen sein? Die Situation auf dem Meer zu sein, ohne aussteigen zu können ist eine mentale Herausforderung. Mit dem Wetter müssen wir uns auch ständig befassen.

Was willst Du den Frauen vermitteln?

Ich möchte das Frauen lernen, Verantwortung zu übernehmen und Spaß an den Aufgaben entwickeln.

Hochseeseglerin Mareike Guhr

Mareike Guhr (43) segelt seit fast 30 Jahren. Bereits mit 17 Jahren führte sie eigenständig die Schiffe der segelbegeisterten Familie. Seit 1996 ist sie Die Segelsport-Journalistin auch mit Charterschiffen unterwegs. Guhr gehört zu den wenigen Frauen, die sich in der Hochseesegler-Szene behaupten.
Jedes Jahr startet gegen Ende November die Atlantic Rally for Cruisers in Las Palmas auf Gran Canaria. Über hundert Boote aus der ganzen Welt treffen sich, um im Verbund mit anderen Yachten den Atlantik zu überqueren. Zielhafen in der Karibik ist die Rodney Bay auf St. Lucia, einer der schönsten Inseln der Kleinen Antillen. Für die 2700 Seemeilen benötigen die Yachten je nach Bootsgröße und Stärke des Nordostpassats zwischen zwölf und 28 Tagen.

 

“La Medianoche” ist ein 2008 gebauter luxuriöser Katamaran mit enorm viel Komfort. Mit 15 Meter Länge und acht Meter Breite bietet der Katamaran La Medianoche maximal sechs Gästen in drei Doppelkabinen viel Platz unter Deck genauso wie an Deck. Der solide Katamaran ist ein Aluminium Einzelbau und für große Fahrt bestens ausgestattet. Auf La Medianoche sind Buchtenbummeln genauso zu genießen, wie längere Etappen auf Überführungstörns. Ein perfekter Katamaran für eine Weltumsegelung!

 

Schiffsdaten La Medianoche:
Länge: 15,00 Meter
Breite: 8,00 Meter
Tiefgang: 1,10 Meter
Kabinen: 4 große Doppelkabinen mit jeweils eigenem Bad

La Medianoche von oben

La Medianoche von oben

http://www.magsail.de/
http://www.moonsailing.de/
http://www.smart-yachtcharter.com/yachtcharter-Smart-Exklusiv.html

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