Breakdance: Happy Birthday, Dirty Mamas!

Die Dirty Mamas feiern ihr 10-jähriges Jubiläum am 13. und 14. April 2012 in Stuttgart. Foto:  Dirty Mamas

Die Dirty Mamas feiern ihr 10-jähriges Jubiläum am 13. und 14. April 2012 in Stuttgart. Foto: Dirty Mamas

Die Breakdance-Crew “Dirty Mamas” wird 10 Jahre alt! XsportSisters gratulieren und freuen sich, dass dieser Anlass am 13. und 14. April 2012 ausgiebig gefeiert wird. B-Girl Frieda Frost (27) aus Köln erzählt im Interview von ihrer Crew und Respekt. Mit Infos, warum es sich lohnt, an dem Wochenende im Jugendhaus Mitte in Stuttgart vorbeizuschauen.

Eure Frauen-Crew Dirty Mamas feiert den 10. Geburtstag. Wie wunderbar! Erzähl uns mehr!
Frieda Frost: Frieda Frost: Unsere Crew hat sich 2002 in Stuttgart gegründet, bestehend aus drei Mädchen. Ich bin 2004 dazu gestoßen. Derzeit sind wir sechs Frauen zwischen Anfang 20 und Mitte 30 aus Köln, Düsseldorf und Stuttgart – sowohl die Oldschool-Generation, als auch die neue Generation ist vertreten. Unsere Crew basiert auf Freundschaft, das ist der Hauptgedanke. Seit Jahren trainieren wir gemeinsam, fahren für Tanz-Projekte ins Ausland oder auf Battles, machen eigene Shows und erleben gemeinsam Höhen und Tiefen. Ich sehe die Crew öfter als meine eigene Familie. Das Tanzen, der Spaß und der Zusammenhalt stehen im Mittelpunkt, nicht die Leistung. Wir organisieren Events wie „Cologne Circle“, „Break de Cologne“ (beides Köln) oder Battle of the Month in Stuttgart. Wir laden Tänzer und Tänzerinnen aus dem Ausland zu Battles ein, bieten Workshops an. Damit wollen wir nicht nur die Kids und Mädchen pushen, sondern die ganze Szene.

Welche Rolle spielen Frauen und Mädchen in der Szene?
Frieda Frost:
Als ich 2002 mit dem Breaking angefangen habe – ich lebte damals in Berlin –, waren wenige Mädchen am Start. Es gab drei oder vier Mädels, mit denen ich in einem Jugendzentrum trainiert habe. Du fühltest dich unter den Jungs zwar nicht als Außenseiterin, aber als Einzelperson. Du musstest dir den Respekt erst „ertanzen“. Mittlerweile gibt es viel mehr B-Girls. Du bist keine Ausnahmeerscheinung und wirst von den Jungs schneller und einfacher respektiert. Einige Mädchen können sich auf internationalem Niveau messen. Als ich angefangen habe zu tanzen, gab es meinem Wissen nach unter den Frauen-Crews nur die „Dirty Mamas“, bei denen ich heute noch bin, und die „Female Artistics“, die sich später aufgelöst haben. Heute erlebe ich viele Nachwuchs-B-Girls, die hart trainieren, in der Szene mitmischen und eigene Crews gründen, darunter „Girls just wanna have Funk“. Weil sich immer mehr Mädchen zusammenschließen, werden sie präsenter. Auf Battles ist es normal, dass Mädchen und ihre Crews gegen die Jungs antreten. Dort sind sie zwar noch immer sehr in der Unterzahl, aber auf Jams wo es auch reine „B-Girl Battles“ gibt, sieht das anders aus. Beliebt ist auch die Battle-Disziplin „Bonnie & Clyde“ – da tanzen ein Junge und ein Mädchen zusammen in einem Team.

Von Breakdance haben wir in den letzten Jahren nicht viel gehört. Erlebt der Tanz ein kleines Revival?
Frieda Frost:
Breakdance ist der Medienbegriff, ich spreche lieber vom „Breaking”. Denn die Szene-Begriffe „B-Boying“ oder „B-Girling“ schließen jeweils das andere Geschlecht aus. 2000 und 2004 war das Breaking nochmal ganz groß in den Medien, seitdem ist der Tanz eher präsent für Leute, die sich dafür interessieren. In Deutschland war einige Jahre nicht so viel los – aber momentan gibt es wieder viele, richtig gute Crews, die international mithalten können. Super-viele Battles finden statt. Du kannst fast jedes Wochenende auf ein Battle fahren! Die Leute, die seit Jahren tanzen, organisieren die Events selbst. Deutschland hat sich da gemacht. Die Crew „Reckless Bunch“ hat zum Beispiel die deutsche Meisterschaft gewonnen vom „Battle of the Year“, sie trat beim Finale in Frankreich auf internationaler Ebene an.

Du steckst also viel Energie und Herzblut ins Breaking. Was ist dir daran so wichtig?
Frieda Frost:
Das Breaking bedeutet für mich eine Lebenseinstellung, eine eigene Kultur! Sie kam Anfang der 80er Jahre nach Deutschland und bildet eins der vier Elemente des Hip-Hop – Rap, DJing, Graffiti, Breaking. Früher bildeten diese Elemente eine Einheit und waren auf jeder Hip-Hop-Jam dabei. Inzwischen haben sich diese Elemente ausdifferenziert und sind nur noch selten alle auf einmal auf einer Veranstaltung vertreten. Hip-Hop-Kultur hat Werte und Regeln. Dazu zählt der Respekt vor dem anderen. Wenn du andere Menschen nicht respektierst, wirst auch du nicht respektiert. Du wächst im Hip-Hop mit Normen auf. Es ist nicht so, dass wir (von den Dirty Mamas) mit riesen Baggy Pants oder wie Hip-Hop-Chicks rumlaufen: So wirst du uns nicht auf der Straße sehen. Wir machen mit unseren Klamotten deutlich, dass wir die Hip-Hop-Kultur lieben, aber der kommerzielle Hip-Hop-Gedanke ist uns fremd. Das Breaking hat uns alle geprägt. Ich studiere zum Beispiel Sport in Köln und schreibe meine Diplomarbeit über das Breaking. Unsere Leben wären anders verlaufen, wenn wir nicht tanzen würden.

 

Und hier Friedas Infos zur Birthday-Party:

Die Dirty Mamas laden ein zu Jam, Battle & Party am 13. + 14. April in Stuttgart. Hingehen! Foto: Dirty Mamas

Die Dirty Mamas laden ein zu Jam, Battle & Party am 13. + 14. April in Stuttgart. Hingehen! Foto: Dirty Mamas

Die Dirty Mamas, Deutschlands bekannteste all female Breakdance Crew wird 10 Jahre alt! Sechs B-Girls sind sich über die Jahre als Dirty Mamas Crew treu geblieben und wollen nun am 13. & 14. April 2012 diesen Geburtstag mit euch gebührend in ihrer Mutterstadt Stuttgart feiern. Den Auftakt machen am Freitag, dem 13.04. diverse Breakdance-Workshops für Nachwuchs & Fortgeschrittene im Jugendhaus Mitte in Stuttgart. Und die Deutschland-Premiere der Tanzdokumentation „The Rising Sun“ im SpeakEasy. Im Anschluss wird im Wurst & Fleisch auf der Warm Up Party die Tanzfläche gerockt, mit Vorfreude auf den folgenden Tag. Denn am Samstag, 14. April, geht es im Jugendhaus Mitte weiter mit einer Hip-Hop-Jam vom Feinsten. Internationale Gäste aus der urbanen Tanzszene, nationale DJ Größen wie Ice-C und Jungtalent Skillkid, Graffiti Künstler wie Dingo Babusch und viele andere Wegbegleiter und Supporter kommen, um im Schoß der Kolchose das Hip-Hop-Feuer wieder zu entfachen. Der Moderator OC, der mittlerweile als Comedian vor ausverkauften Sälen des Theater-hauses auftritt, wird in Begleitung von Host Engin, mit viel Witz und Humor durch den Abend führen. Und das ist noch nicht alles: Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen können in Battlesystemen unter einer ausgewählten internationalen Jury ihr Können unter Beweis stellen. Die Krönung des Line-Ups wird ein Battle der Dirty Mamas höchstpersönlich sein, bei dem sie sich ihren kühnen Gegnern stellen, die an diesem Abend gelost werden.

Was? Dirty Mamas Crew -  10th anniversary
Wann? 13. & 14. April 2012
Wo? Jugendhaus Mitte, Stuttgart
Infos: http://www.facebook.com/dirtymamas

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