Mountainbike-Blumen rocken den Harz

Ann-Christin Bettenhausen übt mit ihrem Trial-Bike - bevor es später auf die Downhill-Strecken geht. Foto: S. Granzow

Ann-Christin Bettenhausen übt mit ihrem Trial-Bike - bevor es später auf die Downhill-Strecken geht. Foto: S. Granzow

Power Flower Sonja Granzow und Ann-Christin Bettenhausen zogen samt Bikes und Haus-Mechaniker  durch den Harz, um Mountainbike-Strecken zu testen. Auf XsportSisters berichten 4-Cross-Profi Sonja und Trial-Fahrerin Ann-Christin von schnellen Single-Trails, spaßigen Sprüngen, einer grandiosen Aussicht auf den Brocken – und davon, dass frau mit dem Bike auch wunderbar Trampolin springen kann.

Von Sonja Granzow und Ann-Christin Bettenhausen / MTB-Team Power Flower

Tag 1 / Basislager Göttingen
Noch am selben Abend wurden die Dirtbikes ausgeladen und bei einer ersten Streetsession im schönen Göttingen warm gefahren.

Oje, ist das nebelig! Trotzdem strahlt Ann-Christin. Schließlich freut sie sich aufs Radfahren. Foto: S. Granzow

Oje, ist das nebelig! Trotzdem strahlt Ann-Christin. Schließlich freut sie sich aufs Radfahren. Foto: S. Granzow

Tag 2 / Bikepark Hahnenklee/Harz
Nebel, angekommen in Hahnenklee am Bocksberg. Frage: Wo ist hier eigentlich der Bikepark. Keine anderen Biker in Sicht, mmh? Endlich, ein Parkplatz mit einer Karte. Alles klar, ab auf den anderen Parkplatz, immer noch keine anderen Biker. OK, suchen wir mal die Liftstation. Ah ein Bikeshop, rein und auf die Frage, ob man uns helfen kann, wir: „Ja, wir würden gerne biken.“ Kleines Missverständnis, der Shopbesitzer versucht, uns Bikes zu vermieten. Darauf wir: „Eh nee, Bikes haben wir eigentlich, aber wo ist hier der Lift?“ Und tatsächlich, wenn man aus der anderen Richtung kommt, sieht man auch gleichdie Liftstation. Also schnell in die Bikeklamotten geschmissen, die Bikes aus dem Auto und los geht’s. Das Wetter: Eigentlich hatten wir uns auf 20° Grad und Sonne eingestellt, aber wie wir jetzt wissen, hat der Harz sein ganz eigenes Wetter, also feuchte Luft, immer noch Nebel und 12 Grad. Egal, wen hält schon das Wetter vom Biken ab? Uns nicht! Rein in die kleinen Gondeln aus den 70ern, der Lift ist nicht der modernste, hier wird noch jede Gondel von Hand bewegt. Aber auch die einfachste Technik bringt uns an unser Ziel: den Gipfel. Zum Warmfahren: Singletrail. Dieser ist sehr wurzelig, womit bei diesen Wetterbedingungen auch gleich die erste Abfahrt spannend wurde. Aber kein Problem für die erfahrenen Bikerinnen vom Team Power Flower.

Sonja Granzow beim Testen des Bikeparks Braunlage. Ihr Fazit: Wunderbar! Foto: A.-C. Bettenhausen

Sonja Granzow beim Testen des Bikeparks Braunlage. Ihr Fazit: Wunderbar! Foto: A.-C. Bettenhausen

Tag 3  / Bikepark Braunlage
Es geht auf zum Bikepark Braunlage am Wurmberg. Das Wetter ist besser, auch der Bikepark ist leicht zu finden. Schon am Morgen ist einiges los auf dem Parkplatz der Liftstation: Biker, Wanderer und jede Menge Monsterrollerfahrer. Fix sind die Bikes ausgepackt, wir schlüpfen in die Protektoren und los kann es gehen. Wir freuen uns über einen modernen Lift mit schnellen Gondeln. Wow, es gibt sogar eine Mittelstation. Der Lift macht ordentlich Höhenmeter. Oben  überrascht uns die Aussicht bis auf den Brocken. Bereits bei der ersten Abfahrt, einem schönen Singletrail, stellen wir fest, dass die Strecken deutlich länger sind als am Vortag. Die Strecken haben einen ähnlichen Charakter, wie alpine Singletrails. Nach und nach testen wir alle Strecken und freuen uns über einen abwechslungsreichen Park mit gut gebauten Sprüngen und Holzkonstruktionen. Das wird nicht unser letzter Tag im Bikepark Braunlage sein.

Tag 4 / Basislager Göttingen
Das Bergfest unseres Roadtrips verbringen wir wieder in unserem Basislager in Göttingen, wo wir fleißig die Möglichkeit nutzen, unsere Bikes und Klamotten wieder in ihren Ursprungszustand zu versetzten. Da wir es natürlich nicht aushalten, heute kein Rad zu fahren, machen wir uns auf zu einer gemütlichen Tour durch die Göttinger Wälder.

Ui, macht das Spaß! Im Basislager sind für Ann-Christin Gleichgewichtsübungen auf dem Hinterrad angesagt. Foto: S. Granzow

Ui, macht das Spaß! Im Basislager sind für Ann-Christin Gleichgewichtsübungen auf dem Hinterrad angesagt. Foto: S. Granzow

Tag 5 / Basislager Göttingen
Am Morgen ist eine Streetsession angesagt. Dieses Mal ist Ann-Christin auf ihrem Standardsportgerät, ihrem Trialbike, unterwegs. Auch Sonja nutzt die Gelegenheit, ihr Können auf dem Trialbike etwas zu verbessern. Wir stellen fest: Es ist möglich, mit einem Fahrrad auf einem Trampolin zu springen. Nachdem wir einige Steinkonstruktionen, ein kleinen Skatepark und ein paar architektonische Bauten mit unseren Bikes bespielt haben, ist es Zeit für eine entspannte Mittagspause, um die Energiereserven wieder auf zu füllen. Am Nachmittag begeben wir uns in einen nahegelegenen Park, um unser Gleichgewicht auf einer Slackline zu schulen. Ann-Christin macht es uns vor: So soll es aussehen. Ah, sieht doch easy aus. Auf geht’s. So leicht wie es aussieht, ist es dann doch nicht. Aber mit jedem Versuch gewöhnen wir uns besser an das wackelige und schmale zwischen zwei Bäume gespannte Band, auf dem wir zu balancieren versuchen. Während und nach der Slacklinesession relaxen wir in der Sonne.

Sonja balanciert auf einem Seil. Gar nicht so leicht.

Sonja balanciert auf einem Seil. Gar nicht so leicht.

Tag 6 / Bikepark Braunlage
Trotz schlechter Wetterprognose machen wir uns heute wieder auf nach Braunlage, um einen weiteren Tag in diesem schönen Bikepark zu verbringen. Inzwischen wissen wir, auf welchen Strecken wir uns heute vergnügen und fleißig an unserer Fahrtechnik feilen wollen. Das Wetter ist gnädig, lediglich gegen Mittag gibt es einen heftigen Regenguss, und wir flüchten uns schnell unter die Mittelstation. Danach laufen leichte Bäche die Strecken hinunter. Aber auch das kann uns die Fahrfreude nicht vermiesen. Am Abend suchen wir einen Campingplatz in der Nähe von Schulenberg auf, wo wir am nächsten Tag einen neuen Bikepark erforschen wollen. Bei einer Grill- & Chillsession lassen wir die Erlebnisse der letzten Tage Revue passieren.


Tag 7 / Bikepark Thale

Hä? Bikepark Thale? Wir wollten doch nach Schulenberg! Ganz einfach: Schon abends auf

Auf alle, die den Einstieg in Thale finden, wartet eine flowige Abfahrt.

Auf alle, die den Einstieg in Thale finden, wartet eine flowige Abfahrt.

dem Campingplatz lasen wir auf der Homepage des Bikeparks Schulenberg, dass dieser nicht jedes Wochenende geöffnet ist. Trotzdem entschieden wir uns am Morgen, nach Schulenberg zu fahren, um uns davon zu überzeugen. Vor Ort parkten wir auf dem dick und fett markierten Parkplatz des Bikeparks. Komisch, kein Bikepark in Sicht. Also machten wir uns  zu Fuß auf Richtung Bikepark. Nach etwa 15 Minuten Marsch auf einer Forststraße kommt die Liftstation in Sicht und auch ein paar Sprungkonstruktionen aus Holz. Wie erwartet ist der Bikepark geschlossen. Wir schauen uns  um, mit dem Fazit, dass es wahrscheinlich nett wäre, hier zu fahren und wir uns den Park nochmal bei einer anderen Gelegenheit anschauen wollen. Also machen wir uns mit dem Teambus auf nach Thale, um uns die dortige Downhillstrecke anzuschauen. Ein nettes Bikerpärchen bietet uns an, uns den Einstieg der nicht ganz einfach zu findenden Strecke zu zeigen. Die Downhillracestrecke ist sehr schnell, wo auch bereits häufiger Läufe des IXS Downhillcups ausgetragen wurden. Leider vernichtet man die Höhenmeter zügig, und der Lift ist nicht der schnellste.

Am Abend sitzen wir entspannt vor dem Teambus, grinsen zufrieden drein und blicken auf eine tolle Woche zurück.  Auch unsere Trialerin Ann-Christin wurde nach dieer Woche vom Freeridefieber infiziert. Auf in den Harz!

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