Mein erstes Mal … ein Downhill-Rennen gefahren!

Danni feuerte ihren inneren Schweinehund an, als der Startschuss fiel. Dann ging's los! Foto: privat

Danni feuerte ihren inneren Schweinehund an, als der Startschuss fiel. Dann ging's los! Foto: privat

“Los, Schweinehund, renn!” Unsere XsportSister Daniela Möllmann berichtet von ihrem ersten Downhill-Rennen. Gemeinsam mit Freundin Julia stand sie am Startblock – und los ging’s.

Von Daniela Möllmann

„Heyyyy – die Ladies!“, begrüßt uns Bikepark-Besitzer Styles, als Julia und ich unsere Räder Richtung Startblock schieben. Die Jungs vor uns drehen sich um. Na großartig! Ich bin nicht schon nervös genug – und jetzt werden wir wieder begutachtet. Zehn Starter stehen noch vor uns. Wir reihen uns ein und warten. Aber Moment! Ich am Startblock? Eine Anfängerin?! Hallooohooo?! Wie konnte es dazu kommen?

Meine Freundin Julia wollte unbedingt wieder ein Downhill-Rennen fahren. Und weil’s zu zweit lustiger ist (und sie nicht Letzte werden wollte), hatte sie mich eine Woche lang bearbeitet und mürbe gemacht, bis ich endlich nachgab und zusagte mitzufahren. Als Support sozusagen.

Jetzt habe ich den Salat. Aus der Nummer komme ich nicht mehr raus, auch wenn ich mir die letzten Tage jede nur erdenkliche Mühe gegeben habe: Angefangen vom Total-Verweigern einiger Teilstücke der Strecke über Selbstzweifel bis hin zu permanenten Rumbocken. Scheinbar habe ich zu gutmütige Freunde. Niemand sagte: „Na gut, dann lass es halt!“. Verdammt.

Anfangs lachen wir noch, albern rum. Aber plötzlich werden wir still. Wir rücken weiter nach vorne in der Reihe, bis es kein Zurück mehr gibt. Wir starten direkt nacheinander, so dass wir nun gemeinsam auf den Startblock gehen. Oben gibt es ein letztes High-five: „Los, Bella, wir schaffen das!“. Dann höre ich Styles sagen: „Fertig, Julia?“ –  „Fertig!“ Weg ist sie. Schön flüssig und schnell unterwegs, soweit ich es beobachten kann. Weiter, weiter, weiter… Ich drücke ihr in Gedanken alle vorhandenen Daumen. Dann bin ich dran. Total nervös, aber innerlich ruhig. Genauso habe ich mich all die Jahre beim Volleyball bei wichtigen Spielen in der Startaufstellung gefühlt. So anders ist das gar nicht. Komisch. Obwohl ich jetzt alleine da stehe, ohne Team. Ist wohl gar nicht sooo schlimm hier oben auf dem Holzblock. Was soll schon schief gehen? Es geht um nichts – außer,  um Spaß zu haben und den inneren Schweinehund zu besiegen. Dann mal los, Schweinehund  – renn!

Startsignal. Hilfe! Treten, treten, treten, Kicker wegschlucken, Anlieger 1, Anlieger 2, Kicker, Kicker, gehasstes Wurzelfeld, Kurve und ein langes Tretstück, leicht bergauf. Ich höre einen Kumpel am Rand der Strecke rufen „Los, Danni, tritt rein… schneller, los, komm!“ und ich gebe weiter Gas. Der Boden ist sonst sandig, heute aber dank eines Regenschauers schwer und tief. Anstrengend! Den nächsten Kicker muss ich umfahren, danach kommt noch das Road Gap, das ich – natürlich! – ebenfalls umfahre, am Rand steht mein Freund und feuert mit an. Und kurz danach ist’s auch schon vorbei.

Luft holen! War das ein Spaß, und es lief gar nicht schlecht. Selbst über das Wurzelfeld, das ich die Tage vorher nie richtig hinbekommen habe, bin ich gut gefahren. Scheinbar ist mit dem Startsignal mein Selbstvertrauen zurückgekommen. Ich laufe zu Julia, wir fallen uns jubelnd in die Arme.  „Mädels – das habt ihr echt gut gemacht!“, beglückwünschen uns unsere Jungs.

Letztlich gibt es noch einen zweiten Lauf. Eigentlich soll der Bessere von beiden gewertet werden, aber dank einer Technikpanne, fällt der erste Lauf aus der Wertung. Von 85 Startern waren 8 Frauen dabei, Julia wurde fünfte und ich siebte – nicht die Letzte, ohhhh yeah!! Mein Freund schaffte es sogar auf Platz 11. Wir sind alle glücklich, mitgefahren zu sein, und ein tolles Wochenende erlebt zu haben. Wir werden’s wieder tun. Das steht fest.

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