Fräulein-Wunder auf Rollen

Pirate Brides
Lena war gestern, den Roller Derby Girls gehört die Zukunft. Für die geballte Frauenpower auf Rollen stellte Samstagabend (14. Mai 2011) die laszive Sangeselfe samt Grant Prix keine ernsthafte Konkurrenz dar. So war der Hauptraum der Wuppertaler börse gut gefüllt, als Punkt 8:30 Uhr die Pirate Brides Wuppervalley gegen die Graveyard Queens zum ersten offiziellen Bout auf Wuppertaler Boden aufliefen.

„Ich will, dass es jetzt losgeht“, scharrt pandora pick-a-fight vor der Umkleidekabine mit den Hufen, pardon Rollen. „Es ist schon spannend“, gibt die Pirate Bride leichte Nervosität zu. Von gemeinsamen Trainings weiß sie, welche Kölner Fahrerin wie gut oder auch schlecht ist. Doch der Drang auf den Track ist stärker, als jeder Respekt vor den Gegnerinnen.

Den Mundschutz sicher platziert, dann laufen die Mädchen unter Jubel der zahlreichen Zuschauer auf. Kurzer Check der Helme, Schoner und Rollschuhe durchgeführt von den drei Schiedsrichtern und ab geht es unter lauter Rock´n´Roll Musik in den Rundkurs. Das Pack mit jeweils vier Spielerinnen voran und die zwei Jammerinnen zeitverzögert hinterher.

Mit entschlossenem Blick nach vorne kämpft sich die Jammerin der Pirate Brides, Käp´n dodi, durch das Pack, wird von den Blocks der Gegnerinnen immer wieder niedergerissen, rappelt sich hoch, greift neu an. Dann ein Major-Foul. Ellbogen machen sich in falsche Richtungen selbstständig. Das Spiel wird unterbrochen, immer wieder landen Jammerinnen und Blockerinnen für Strafminuten auf der Bank. Auch wenn es sich um ein reines Freundschaftsspiel handelt, schenken sich die Derby Girls wenig bis nichts.

In Aktion: Pirade Brides gegen Graveyard Queens

Zu viele Vorarmblogs sieht auch Zuschauerin Blazin Foxy, die bei den Essener Devil Dolls trainiert. „Der Schiri pfeift nicht soviel, wie üblich, um das  Spiel im Fluss zu halten.“ Das gestaltet sich bei dem sehr engen, für ein offizielles Bout zu kleinen Rundkurs eh schwierig. Immer wieder haut es die Girls aus der Kurve. Eine Kölnerin landet unsanft auf dem Kopf, der gleich mit Eis gekühlt wird. Kleinere Kollateralschäden, die dem Spaß am rauen Spiel keinen Abbruch tun.  „Die Mädchen machen sich gut, obwohl es viele blöde Fouls gibt“, zieht Referee Major Madness in der Pause Zwischenbilanz. „Und das Publikum ist cool.“ Das feuert im Einklang mit der lauten Musik die Kämpferinnen an, von denen eine sogar ihren eigenen Fanclub dabei hat. „Gitte! Gitte!“ schreien ihr Liebster samt Freunde vom Footballclub Bergischer Amboss und freuen sich am Vollkontaktsport ihrer blonden Heldin. Einem Bulldozer gleich kämpft sich die Jammerin unbeirrt durch den Pulk, landet aber auch immer wieder auf der Bank. Ihr verdanken die Pirate Brides sicherlich einige der Punkte, die sie zu haushohen Gewinnern des Freundschafts-Bout machen.

Nach der euphorischen Ehrenrunde geht es dann zum geselligen Teil des Abends über mit viel Rock´n´Roll, netten Gästen und glücklichen Gewinnerinnen des ersten Heimbouts ihrer Vereinsgeschichte. Denn der Erlös kommt dem frisch gegründeten Verein Pirade Brides e.V. zu gute. Für ihren noch jungen Verein brauchen die Piratenbräute noch handfeste Verstärkung an Bord.

Wer mitrollen will kann sich unter  http://thepiratebrides.com informieren!

Training Pirate Brides:

mittwochs “die börse” 18-21:30 Uhr

samstags “Cobra” Solingen 12-14 Uhr

http://www.piratebrides.com

About Heike Müller