Boulder-League: Sieg mit Frauenquote!

Hardmoves heißt Deutschlands größte Boulder-Competition.

Hardmoves heißt Deutschlands größte Boulder-Competition.

Magnesium-Staub wirbelt durch die Luft, und das dicht gedrängte Publikum jubelt laut, als im Scheinwerferlicht Jule Wurm (20) die Wand hinauf klettert – als sei das die einfachste Sache der Welt. Wenige Augenblicke später klettert die Vize-Europameisterin im Bouldern von der Wand hinüber auf zwei Würfel, die an der Decke hängen. Die Klettergriffe hat sie gemeistert, der Boulder ist geschafft. Lauter Applaus, Jubel. Was für eine Stimmung!

Es ist Samstag-Abend, 5. März, und in der Wuppertaler Kletterhalle Wupperwände steigt das Superfinale Deutschlands größter Bouldercompetition, den „Scarpa Hardmoves“. Tagsüber haben sich 13 Teams aus ganz Deutschland einen vier Stunden langen Wettkampf an über 40 Boulderproblemen geliefert –  darunter sind Spitzensportlerinnen Jule Wurm (DAV-Sektion Wuppertal), Andi Fichtner (Stuttgart) und Julia Winter (Chemnitz). Am Abend gehen die fünf besten Sportkletterer/innen der fünf Sieger-Teams an den Start.

Der Name „Hardmoves“ ist Programm, die anspruchsvollen Boulderprobleme sind schwer zu meistern. Dabei kommt es auf Vielseitigkeit und Spaß an. Vor allem die „beweglichen Elemente“ ernten Begeisterung. Wenige Meter von den beiden Würfeln entfernt, hängt etwa ein „Zeppelin“ von der Decke. „Das ist eine lustige Idee“, sagt Jule Wurm, „das ist mal was anderes.“ Im Finale hatten zwei Teilnehmer/innen zeitgleich den schwingenden Zeppelin-förmigen „Teamboulder“ entlang klettern müssen.

Im Mittelpunkt des Events steht das Gemeinschaftsgefühl. Anders als im Klettersport üblich treten bei den Hardmoves Teams gegeneinander an. „Das gibt’s sonst nicht. Die Atmosphäre hier ist was Besonderes“, strahlt  Jule Wurm. „Ein cooles Event!“, freut sich Julia Winter.

In den Vorrunden der Boulderleague hatten sich 130 Finalisten und Finalistinnen aus 13 Kletterhallen qualifiziert, über 1500 Teilnehmer/innen hatten um den Einzug ins Finale gekämpft. Bedingung: Jedes zehnköpfige Team musste für das Finale mindestens drei Frauen stellen, im Superfinale geht mindestens eine Sportlerin an den Start. Die Organisatoren wollen damit den weiblichen Nachwuchs fördern.

Die Frauenquote kommt bei allen gut an. „Ich finde das gut“, bekräftigt Julia Winter. „Das motiviert Frauen, die gut sind, mitzumachen.“ Es waren zudem die Leistungen der Frauen, die am Ende entschieden, ob ein Team den Einzug ins Superfinale schaffte. „Der Wettkampf steht und fällt mit den Frauen“, beobachtet etwa Spitzensportlerin Andi Fichtner. Das liegt an der großen Diskrepanz zwischen den Leistungen des Nachwuchses und der erfahrenen Kletterinnen.

Auch zuletzt trugen die Frauen zum Sieg bei: Alle Kletterinnen meisterten die „Würfel-Boulder“ und brachten ihren Teams die entscheidenden Punkte. Schließlich hat das Schwitzen ein Ende: Der Pokal geht an Wuppertal – und damit an den Titelverteidiger. 2. Platz:  Zweibrücken, 3. Platz:  Hannover, 4. Platz: Chemnitz, 5. Platz: Heidelberg.

www.hard-moves.de

About Lilian Muscutt