Jule Wurm: Sieg bei den Westdeutschen

Juliane Wurm ist Deutschlands erfolgreichste Wettkampf-Kletterin. Foto: Udo Neumann

Juliane Wurm ist Deutschlands erfolgreichste Wettkampf-Kletterin. Foto: Udo Neumann

Juliane Wurm siegte bei der Westdeutschen Meisterschaft im Sportklettern (Disziplin: Lead), die am Samstag, 6. November 2010, im Wuppertaler Kletterzentrum “Wupperwände” ausgetragen wurde. Im spannendenFinale hatten vier Athletinnen die Route vollständig erklommen, so dass Lokalmatadorin Jule Wurm, Denise Plück (2. Platz) und Saskia Schuster (3. Platz) im Superfinale gegeneinander antraten. Am Ende ging es über schwierige Passagen  -  zur Freude von Juliane Wurm, die spannende Herausforderungen liebt. Die Route der Damen im Finale sei dagegen “leicht” gewesen. Den ersten Platz erkämpfte bei den Herren Mathias Conrad aus Zweibrücken. Veranstalter war der DAV-Landesverband Nordrhein-Westfalen.

Juliane Wurm, Deutschlands erfolgreichste Wettkampf-Kletterin, galt von Anfang an als Favoritin. Ein Sieg bei der Westdeutschen Meisterschaft  in der Disziplin Lead war für die 19-Jährige aus ihrer Sicht nicht selbstverständlich, wie sie den XsportSisters vor dem Finale erklärte. Denn das Ausdauertraining war in diesem Jahr in den Hintergrund gerückt. „Ich habe mich in diesem Jahr aufs Bouldern konzentriert“, erläuterte die  Dortmunderin, die seit 2007 für die DAV-Sektion Wuppertal an den Start geht, sich 2010 Silber bei den Europameisterschaften im Bouldern holte und auch im diesjährigen Weltcup auf dem Podest stand: In Vail (USA) erkletterte sie den dritten, im niederländischen Eindhoven den zweiten Platz.

Die Disziplin Bouldern (Klettern in Absprunghöhe ohne Seil) bleibt die große Leidenschaft der jungen Profi-Kletterin. „Das ist so vielseitig, es gibt so viele mögliche Bewegungen, und vor allem das Tüfteln macht Spaß.“ Unter einer vorgegebenen Zeit müssen die „Boulderprobleme“ – also die Routen – erfasst und gelöst werden. Je weniger Versuche für die Lösung benötigt werden, desto besser die Wertung. Trainer Udo Neumann beschreibt diese Disziplin gerne als „physisches Schach“. Julianes „Bewegungswitz“ und Mut kämen hier besonders deutlich zur Geltung.

Salto an der Wand: Bewegungskünstlerin Juliane Wurm beim Aufwärmen. Foto: Udo Neumann

Salto an der Wand: Bewegungskünstlerin Juliane Wurm beim Aufwärmen. Foto: Udo Neumann

Aber  nicht immer kommt Juliane Wurm auf ihre Kosten.  Denn der Anspruch der Damen-Routen liegt meist auf einem niedrigeren Niveau als auf dem der Herren. „Beim deutschen Sportklettercup habe ich bei der Männer-Route gedacht: Ist die cool!“, erzählt die Kletterin. Bei der Damen-Route fehlten zu ihrer Enttäuschung spannende Herausforderungen wie Sprünge. „Da gab’s nur rechts-links, rechts-links.“ Das liege daran, dass die Routen zum einen von Männern geschraubt werden, erläutert ihr Trainer Udo Neumann. Zum anderen weiche die Leistungsstärke unter den Frauen in der Wettkampf-Klasse stark voneinander ab. So müssten die Grenzen weniger starker Teilnehmerinnen berücksichtigt werden.

Allerdings ändern sich die Zeiten – was an dem Tag der Westdeutschen Meisterschaft auch Isabell Leiner (1. Platz, weibliche A-Jugend) aus Zweibrücken und Ana Tiripa (1. Platz, B-Jugend) aus Köln klar bewiesen.  Das Niveau der Mädchen und Frauen „ist krass gestiegen“, beobachtet der Trainer. “Die Jule“ sei ein „Riesen-Vorbild“.  (Stand: 7.11.2010) 

Hier alle Ergebnisse zu den Westdeutschen Meisterschaften im Sportklettern

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