An die Spitze geboxt

Maike Klüners

Maike Klüners

In Wismar erkämpfte sich Maike Klüners in der Klasse bis 57 Kilo ihren ersten Meistertitel.

„Für mich war die Deutsche Meisterschaft soviel wert! Weil ich mich durchgekämpft und vier Jahr darauf hingearbeitet habe“, freut sich Maike Klüners über ihren ersten Deutschen Meistertitel im Leichtgewicht. Nach drei Anläufen – 2007 und 2008 belegte sie Platz drei in der Gewichtsklasse bis 60 Kilo – hat sie endlich den Pokal in den Händen.

Nach ihrer erfolglosen DM 2009 wechselte sie nicht nur die Kampfklasse, sondern auch Verein, Trainer und Kampfstil. Fortan trainiert sie beim Boxring Düsseldorf (zuvor Sportring Garath)  – mit sichtlichem Erfolg. Seit ihrem überzeugenden Abschneiden bei dem internationalen Frauenturnier in Istanbul im April gehört sie zum C-Kader der Nationalmannschaft.

Doch Klüners und Trainer Pasquale Ferraro wollen sich vom erfolg nicht verrückt machen lassen und mit Gewalt in einer der drei olympischen Gewichtsklassen antreten, denn: „Ich fühl mich wohl mit 57 Kilo!“ Auch Trainer Ferraro will erst einmal abwarten: „Dass mit den Gewichtsklassen wird sich sicherlich noch ändern. Olympia hat derzeit jeder im Kopf. Wir aber bleiben flexibel.“

Flexibler wurde die Amateurboxerin auch durch den Verlust von drei Kilo Körpergewicht. „Ich bin viel beweglicher geworden“, freut sich die Sport und Germanistik Studentin. Nach ihrem Wechsel zum Boxring verordnete Ferraro ihr ein neues Gesamtpaket: Der Stil wurde umgestellt, die Ernährung, der Schlaf und sogar die Psyche. Dinge, die die ehrgeizige Boxerin gerne annimmt. Nur einen Kampf hat sie mit sich und dem Trainer auszufechten: ihre große Vorliebe für Süßes: „Meine Schwächen sind die für Schokolade und Kuchen“, gesteht die frisch gekürte Meisterin. Abgesehen davon ist sie bereit auf Vieles zu verzichten. Dazu gehört auch ein fester Freund. „Maike bringt die Hingabe zum Faustkampf mit“, ist Trainer überzeugt. Und noch etwas weiß er zu schätzen: ihre Fähigkeit schnell Veränderungen in ihrem Stil anzunehmen – sogar während des Kampfes. „Dieser vielseitige Stil begeistert die Zuschauer, selbst wenn sie mal nicht gewinnt.“

Aufgrund dieser geforderten Vielseitigkeit und Präzision entschied sich die ehemalige Thaiboxerin für den reinen Faustkampf. Drei Jahre trainierte sie Muay Thai holte sich 2006 sogar einen Meistertitel. Viel schwerer wiegt für die Faustkämpferin jedoch der diesjährige Titel im Boxen, den sie sich hart erkämpft hat.

Überhaupt war 2010 bislang ein gutes Jahr für sie, mit neun internationalen Kämpfen, die nicht alle siegreich aber zu Klüners Zufriedenheit ausgingen. Zwischen all den Turnieren und Trainings war es hart Uni und Boxen überein zu bringen. „Da hab ich manche Nachtschicht eingelegt. Mir dem Lernmaterial auf dem Schoß bin ich zu Wettkämpfen gefahren, habe Samstag, Sonntag geboxt und Montag Examen geschrieben.“

Auch nach der DM ruht sie sich nicht aus. „Es ist wichtig, sich zu entwickeln. Ich hab erst 28 Kämpfe und muss auf 60 Kämpfe kommen“, definiert sie ihre Ziele.

Maike Klüners:
geb.: 19.05.86 in Neuss
Wohnort: Düsseldorf
Beruf: Germanistik und Sportstudentin Uni Essen/Duisburg
Gewichtsklasse: Leichtgewicht
Verein: Boxring Düsseldorf
Trainer: Pasquale Ferraro
Erfolge:
28 Kämpfe
17 Siege
11 Niederlagen
2006 Deutsche Meisterin in Muay Thai -57 Kilo
2006 Dritte bei WM in Muay Thai -60
2007 dritte bei Box DM -60 Kilo
2008 dritte bei Box DM -60 Kilo
2008 Westdeutsche Meisterin -60 Kilo
2010 Deutsche Meisterschaften im Leichtgewicht
2010 im C-Kader der Nationalmannschaft

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