Buch: „Mountainbiken für Frauen”

„Mountainbiken für Frauen“ heißt das Buch von Karen Eller und Christoph Listmann, das in diesem Jahr erschienen ist. Ein guter Grund  für die XsportSisters, sich mit der bekannten Sportlerin zu unterhalten. Karen Eller hat in der Vergangenheit drei Mal die Transalp Challenge gewonnen und damit das härteste Mountainbike-Etappenrennen der Welt, heute ist sie für ihre Fahrtechnik-Seminare, Camps, Incentives und Events bekannt, die sie mit ihrem Lebensgefährten Holger Meyer anbietet (www.dierasenmaeher.de).

Warum ein Mountainbike-Buch für Frauen?
…weil es so gesammelte Tipps und Tricks für Frauen gibt. In dem Buch gibt es zum Beispiel ein Kapitel über Angst, ein Kapitel, in dem die absoluten No-Gos für Männer stehen, wenn sie mit ihrer Frau auf Tour sind, und Informationen zu Fahrtechnik. Die Ausrüstung von Männern und Frauen unterscheidet sich. Frauen benötigen eine spezielle Ausrüstung, die das Leben leichter macht.

Worauf sollten denn Frauen beim Mountainbike-Training achten?
Darauf gehe ich nicht explizit ein. Denn Training und Ernährung gelten bei Mann und Frau gleichermaßen. Es gibt viele Frauen, die trainieren, um ihre Figur zu halten. Im Buch gibt es Tipps, wie man das beim Radsport umsetzen kann. Es ist ein Unterschied, ob man Kohlenhydrate speichern oder eben Fett verbrennen will. Wer abnehmen will, sollte eher Grundlagen, also mit einer niedrigen Pulsfrequenz, trainieren.

Sie bieten Fahrtechnik-Seminare an. Warum machen die Sinn?
Männer erreichen viel mit Geschwindigkeit und Kraft, einige haben aber dafür nicht die saubere Technik. Wenn die über eine Wurzel donnern, rutschen sie nicht so schnell aus. Frauen haben weniger Kraft und fahren häufig auch langsamer, sie müssen die Wurzel technisch sauber überfahren. Einige haben Angst vor Schotterpisten. Da ist es wichtig, zu wissen: Was macht man in einer Schotterkurve, damit man nicht stürzt?

Würden Sie Anfängerinnen raten, mit einem Hardtail einzusteigen?
Die Frage nach dem richtigen Bike ist so eine Sache. Bevor sich jemand ein eigenes Mountainbike kauft, sollte man es an Bike-Stationen im Urlaub oder auf Veranstaltungen – wie Festivals – testen. Wer in die Zukunft denkt, also langfristig fahren will, sollte sich gleich ein Fully holen. Auf der anderen Seite hängt es auch davon ab, in welcher Region man lebt. Wenn ich im Süden wohne, sollte man sich auf jeden Fall ein Fully holen, im Sauerland kommt man dagegen auch mit einem Hardtail zurecht. Ein gutes Hardtail bekommt man für etwa 1000 Euro, bei einem Fully muss man schon so um die 1800 bis 2000 Euro ausgeben.

Die Industrie hat Mountainbikerinnen endlich als Kundinnen entdeckt und stellt inzwischen Bikes und Ausrüstung für Frauen her. Aber haben Sie den Eindruck, dass es wirklich immer mehr Frauen gibt, die den MTB-Sport entdecken?
Ja, auf jeden Fall. Mich erstaunt es, dass viele Firmen es jetzt erst bemerkt haben. Frauen waren schon vor vielen Jahren ein Thema in den USA und in Kanada. Meist schwappen Trends aus den USA ja spätestens zwei Jahre später zu uns rüber. Aber bei uns haben die  Firmen seit Kurzem erst gemerkt, dass Frauen eigene Produkte mögen und setzen auf „Frau“. Die Zahl der Mountainbikerinnen hat stark zugenommen. Ich weiß nicht, ob das Verhältnis schon bei 50 zu 50 liegt – aber es geht dahin.

Vielen Dank für das Gespräch!

„Mountainbiken für Frauen“, Karen Eller und Christoph Listmann, 141 Seiten, Verlag: Delius Klasing

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