Extrem abgefahren: Tipps von der Downhill-Meisterin

Erfolgreich stürzt Antje Kramer seit vielen Jahren mit dem Rad steiles Gelände hinunter. „Der Sport hält jung“, weiß die 41-jährige Downhillfahrerin, die mit dem Extremsport da durchstartet, wo andere an Ruhestand denken. Und die Hattingerin plant, noch lange vorne mitzufahren.   Die Downhill-Meisterin baten wir um Tipps und Tricks für alle, die im Gelände unterwegs sind.

Downhill ist ja nicht unbedingt ein Sport für den Durchschnittsradsportler.

Das stimmt, aber  jeder  kann mit dem Mountainbiken klein anfangen und sich langsam an größere Herausforderungen heranwagen. Zunächst sollte er Radgefühl aufbauen, sich mit dem Untergrund anfreunden – zuerst auf der Straße, dann auf Schotter, Trampelpfaden und Wurzeltrails.

Du fährst ja selber Crosscountry.

Tourenfahren ist ein Trainingselement von mir. Mit der Natur verbunden zu sein, das ist das Schöne am MTB-Fahren.

Kannst du einige deiner Touren empfehlen?

Den Schulenberger Wald bei Hattingen. Der beginnt direkt vor meiner Haustür und hat anspruchvolles Gelände: steile, harte Anstiege, aber sehr schöne Singeltrails bergab. Man kann beim Restaurant Schulenburg Rast einlegen. Die Wege führen bis in die Elfringhauser Schweiz. Ich fahre auch gerne in Dortmund Bittermark bei Hohensyburg. Die Tour hat ein geglätteteres Profil, es geht kurz und knackig berghoch, dann kann man wieder runter fahren. Man fährt nicht so am Limit. Die Wege sind steiniger als bei Hattingen und daher bei jedem Wetter fahrbar. Empfehlen kann ich auch das Muttental bei Witten, eine landschaftlich und fahrerisch schöne Runde.

Welche Ausrüstung hältst du für notwendig?

Helm ist Pflicht! Der ist cool und muss auf den Kopf, da gibt es keine Diskussion. Ich fahr nie ohne. Wenn jemand ernsthaft Radsport betreiben will, gehört eine vernünftige Ausrüstung dazu: Funktionsjacke, Radhose, Brille, Helm. Der Helm muss gut sitzen, sollte verstellbar sein, darf nicht rutschen und wackeln, muss sich aber auch angenehm anfühlen. Man sollte für einen Kauf ins Fachgeschäft gehen. Helme können bis 200 Euro kosten, es reichen auch einfachere Modelle. Da gibt es große Unterschiede. Vor allem beim Sitz, aber auch beim Design macht sich der Preis bemerkbar. Eine Fahrradbrille sollte die Augen umschließen, aber sonst ist alles Geschmacksache. Mein Tipp: als Frau auch eine Frauenradhose kaufen, die sitzt einfach perfekt.

Welche Ausrüstung braucht das Rad?

Wer bei jedem Wetter fahren will, für den lohnen sich Scheibenbremsen und auf jeden Fall Federung vorne, am Besten sogar ein vollgefedertes Rad. Mit einem komfortablem Rad lernt man besser und bekommt mehr Vertrauen zu sich selbst, da das Rad viel mehr ausbügelt. Das Fahrrad sollte zur Körpergröße passen, nicht zu klein, nicht zu groß sein, sonst tut alles schnell weh, besonders der Rücken. Und es muss vernünftig eingestellt sein mit richtigem Sattel und Lenkehrhöhe. Der Fachhandel hat das richtige Auge dafür. Es sind oft Millimeter, die entscheidend sind, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Ansonsten muss ein Schlauch, Pumpe, Werkzeugtool und natürlich eine Menge zu Trinken auf eine Tour mit.

Was hältst du von Techniktraining?

Es ist nicht verkehrt, in einer Radschule zu gehen, um Grundlagen zu lernen. Nach meinen ersten Versuchen wollte ich zum Beispiel springen und hüpfen lernen und hab dann einen Fortgeschrittenenkurs bei Bikeride in Witten gemacht. Ansonsten coacht mich mein Trainingspartner. Er brachte mir das richtige Anbremsen beim Kurvenfahren bei. Mit ihm tastete ich mich an die ersten Sprünge heran. Springen übe ich im Dirtpark in Dortmund Hombruch oder auf der EDG-Halde am Dortmunder Hafen mit der anspruchsvollen 4Cross Strecke. Neben Ausdauer- und Techniktraining sollte man aber auch Street fahren und Kanten überwinden.

Viel Spaß!

Stand: Frühjahr 2010

www.antje-kramer.de
www.bikeride.de

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